Meinung Archiv

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Wir haben zuerst das falsche Smartphone kopiert

Google-Schmidt sagt also, Android war vor dem iPhone da. Weshalb der Vorwurf von Steve Jobs, dass Google & Partner das iPhone kopiert hätten, völlig ins Leere gehe.

Stimmt, Android gibt es seit 2003. Anfang 2005 wurde Android von Google gekauft. Apple hat in der zweiten Jahreshälfte 2005 mit der Entwicklung des iPhone begonnen (steht so auch in der Steve Jobs Biographie von Walter Isaacson).

Wie hat nun der erste Prototyp des Google/Android Smartphone ausgesehen? Hatte es ein Display über die ganze Vorderseite des Handys, aber keine Tastatur. Und die Menüführung erfolgte rein über Fingerberührung auf dem Display?

Oder hatte das Ganze doch mehr Ähnlichkeit mit einem großen fetten BlackBerry mit kleinem Display und ungefähr 70 Knöpfen?

Android Prototyp

Bild: gizmodo.com

 

Und warum hat Google Ende 2007 (nach dem Start des iPhone) das Android OS noch auf einem BlackBerry-Klon präsentiert?

Weil man drei weitere Jahre benötigte, um das original Android OS komplett für Multitouch-Eingabe umzuschreiben und ein iPhone nachzubauen, um es dann schließlich – mit einem HTC Sticker versehen – Anfang 2010 auf den Markt zu bringen?

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Das iPhone mit dem mysteriösen “S”

iPhone 4S Logo

Bildbearbeitung: applezeit.com

Zunächst zeigten sich viele Apple-User enttäuscht darüber, dass es überhaupt ein iPhone 4S gibt. Denn die meisten hatten sich schon auf den “5er” gefreut.

Dann, nachdem man sich damit abgefunden hatte, dass es doch kein iPhone 5 geworden ist,  stellten viele die Frage: Wieso heißt das neue iPhone eigentlich “4S”?

User spekulieren, dass Apple das neue iPhone seinem verstorbenen Firmengründer Steve Jobs widmen wollte – das “4S” steht demnach für “4 Steve” – übersetzt also “für Steve”.

Oder ist es sogar eine Marketingstrategie aus Cupertino, mit dem Apple-Fans trotz “iPhone 5″-Enttäuschung zum Kauf des neuen iPhone bewegt werden sollen? Das “S” als eine Erinnerung an das Genie Steve Jobs und die damit verknüpfte Hoffnung, mit dem Mitgefühl des Users mehr Umsatz zu machen? War das tatsächlich die Überlegung bei Apple oder ist es nur eine Phantasie sentimentaler (oder zynischer) User?

Schauen wir zurück auf das iPhone 3G und dem Nachfolgemodell 3GS.  Da war es klar: Das “S” beim 3GS stand für Speed also Geschwindigkeit. Vielleicht wurde dieses Muster ja jetzt auch beim 4er angewandt. Das schnellere iPhone 4 ist nun das iPhone 4S, ganz einfach.

Oder steht das “S” vielleicht für “Siri”, dem neuen “intelligenten Assistetenten” der iPhone 4S User??

Jedenfalls ist das iPhone 4S wieder das heißeste Modell unter den Smartphones. 4 Millionen Stück sind in den ersten drei Tagen verkauft worden. Bei welchem “S” kann sich Apple dafür bedanken? Speed, Siri oder doch Steve?

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Herr Schmidt sammelt Sympathiepunkte

Die größte Nachricht im letzten Jahr war die Explosion der Google Handsets – und das bedeutet, dass unser Mitbewerb darauf antwortet. Aber sie antworten nicht mit Innovation, sondern mit Klagen. Wir haben nichts falsch gemacht und diese Klagen sind nur durch unsere Erfolge inspiriert.

Ex-Google-CEO Eric Schmidt antwortet auf Apples Patentklagen gegen HTC und Samsung bei einer Google-Konferenz in Tokyo (Zitat von 9to5mac.com)

Danke, Eric Schmidt, dass Sie uns daran erinnern, dass Apple nicht zu den innovativen Firmen auf diesem Planeten gehört.

Sie müssen es schließlich wissen, waren Sie doch MItte der 2000er-Jahre, neben Ihrem Brotberuf als Google CEO, auch im Aufsichtsrat von Apple. Zu jenem Zeitpunkt, als man in Cupertino gerade verzweifelt nach einer Idee für ein neues Produkt gesucht hat.

Während Sie bei den Apple-Meetings mit den anderen Board-Members am Tisch gesessen sind und gegen die  Müdigkeit angekämpft haben, versuchte Steve Jobs den Rest der Runde mit seinen Ideen von einem neuen Handy zu überzeugen. “Laaaangweilig”, haben Sie still und leise bei sich gedacht, “wartet nur, bis wir bei Google mit unserem Android Superphone kommen und alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen”.

Damit es auch dem Letzten auffällt, wie sehr Apple vom hochinnovativen Google abgekupfert hat, haben Sie Ihr Nexus One erst Anfang 2010, drei Jahre nach der erstmaligen iPhone-Präsentation, auf den Markt gebracht. Ihre Freunde bei Samsung sind mit der gleichen Taktik vorgegangen und haben mit dem innovativen Design des Galaxy S, ebenfalls etwa drei Jahre nach dem iPhone, die Jungs von Apple bloßgestellt.

Und später dann, als Apple das iPhone Look and Feel von Samsung oder HTC oder Motorola oder welchem Android-Hersteller auch immer gestohlen hatte, brachte diese Firma noch ein sogenanntes “iPad” raus. Einfach ein aufgeblasenes iPhone mit Null Innovation – was man ja an den bisher schleppenden Verkäufen für dieses uninspirierte Ding merkt.

Während Samsung, HTC, HP, RIM, Motorola und wie die Väter der innovativsten und erfolgreichsten Tablets dieser Erde alle sonst noch heißen, bisher schon …. äh, wie viele Millionen verkauft haben?

Samsung_iPhone

Bild: applezeit.com

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Selektive Wahrnehmung beim Amt für IT-Sicherheit?

Das deutsche “Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik” schlägt Alarm macht auf Panik fühlt sich bemüßigt, wegen einer Sicherheitslücke in Apples iOS eine offizielle Warnung zu veröffentlichen.

Unter der Überschrift “Neue Schwachstellen im Apple Betriebssystem iOS” wird in mehreren Absätzen erklärt, wie ein Angreifer mit einem manipulierten PDF-Dokument vollen Zugriff auf das iPad oder iPhone des Users erlangen kann. (Es ist übrigens die selbe Lücke, durch die auch ein Jail break des iPhone möglich ist). Das BSI sieht vor allem auch Führungskräfte durch einen Hack bedroht, da bekanntlich “iPhone und iPad auch im höheren Management eingesetzt” werden.

So weit, so gut.

Ich hätte da aber noch zwei, drei Fragen, liebes Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik:
- Wie viele Lücken im iOS werden denn so im Monatsdurchschnitt aufgedeckt, dass ihr über “Neue Schwachstellen” schreibt?

- Wenn ich als Führungskraft ein infiziertes PDF öffnen muss, um mir Malware/Trojaner einzuhandeln – auf welchen seriösen Websites muss ich mich überhaupt erst einmal herumtreiben, um auf dieses PDF zu stoßen? Oder wie muss das unbestellte Attachment (und der Absender) in der E-Mail lauten, damit ich es voller Neugierde öffne? – “Lady Gaga nackt”? “Viagra 80% off?”

- Und warum gibt es auf eurer Seite keine Treffer, wenn ich im Suchfeld “Android” eingebe? Weil Führungskräfte kein Android nutzen? Weil Hacker kein Android nutzen? Oder weil ihr sonst jeden Monat eine Warnung über verseuchte Apps, Trojaner und infizierte SMS auf der Android-Plattform veröffentlichen müsstet, das aber euer Budget übersteigen würde?

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Googles Pi-Scherz ging nach hinten los

Was bedeuten die Zahlen 1,902,160,540 und 2,614,972,128 und 3.14159? Die erste Zahl ist die Brunsche Konstante, die zweite enthält eine Meissel-Mertens-Konstante und die dritte ist Pi, sagen Sie mit einem Gähnen und ohne Wikipedia-Hilfe.

Gratulation, Sie sollten sich bei Google bewerben. Wie wir nun nachlesen durften, waren das die Summen, die Google bei der Versteigerung für die 6.000 Nortel-Patente geboten hat.

Während unsereins auf Ebay gerade mal die Phantasie für ein Gebot mit 5,01 oder 12,21 Euro aufbringt, foppt Google bei einer der wichtigsten Patent-Auktionen der letzten Jahre die Mitbieter mit nerdigen Zahlenspielereien. “Die waren entweder höchst zuversichtlich oder nur gelangweilt”, vermutet einer der Teilnehmer an der Auktion.

Google bietet 4 Mrd. – und verliert
Nun, gelangweilt war Google eher nicht. Dem Vernehmen nach warf das Unternehmen erst bei 4 Milliarden Dollar das Handtuch. Der Zuschlag ging um 4,5 Mrd. Dollar an ein Konsortium aus Apple und fünf anderen Mitbietern. (Auf 4,5 Mrd. Jahre wird übrigens das Alter der Erde geschätzt, nur so nebenbei).

Google war also gewillt, bis zu 4 Mrd. Dollar für die 6.000 Patente zu bezahlen. Selbst für die Gelddruckerei Google eine so hohe Summe, dass man das nicht als gelangweiltes Statement abtun kann.

Denn die Patente haben neben ihrem technischen (LTE-Technologie, drahtlose Kommunikation, Datenaustausch über Internet) vor allem auch einen strategischen Wert.

Strategische Entscheidung
Sie sind ein massives Schutzschild, sollte ein Mitbewerber auf die Idee einer Patentklage kommen. Und die Patentsammlung kann umgekehrt als Keule gegen unliebsame Konkurrenz eingesetzt werden. Oder sie dient einfach als willkommene zusätzliche Einnahmequelle, wie es Microsoft mit seinen Lizenzvereinbarungen mit Herstellern von Android-Handsets vorexerziert.

Unter 6.000 Patenten findet sich immer ein gutes Dutzend, das man in den derzeit heißesten Bereichen der Technologie – Smartphones, LTE, mobiles Internet – als Waffe gegen den Konkurrenten einsetzen kann. Google weiß das ebenso, wie die Auktions-Gewinner Apple und Microsoft (neben RIM, Sony, Ericsson und EMC). Für Google, als Entwickler von Android, wären die Nortel-Patente das Schutzschild gegen Apple und Microsoft gewesen.

Googles Position geschwächt
Apple hätte es sich wohl zweimal überlegt, gegen den Handset-Hersteller HTC mit Patent-Klagen vorzugehen, wenn Google einen seiner wichtigsten Android-Partner mit einer so riesigen Patentsammlung verteidigen könnte. HTC und andere Hersteller von Android-Handys würden auch nicht so schnell in Lizenzzahlungen an Microsoft einwilligen, hätten sie selbst mehr Mobilfunk-Patente zur Abwehr in der Hand.

Nachdem Google die Bieterschlacht nun verloren hat, bleibt in Mountain View noch eine Hoffnung: Die Kartell-Behörden in den USA und Kanada lehnen den Verkauf der Nortel-Patente an Apple, Microsoft und Co. ab – oder bewilligen ihn nur unter Auflagen.

Eine Ablehnung ist eher unwahrscheinlich, weil Apple und die anderen Mitbieter bereits im Vorfeld der Auktion einer Prüfung unterzogen wurden und gewissermaßen eine “Bieterlizenz” bekommen haben. Ob und welche Auflagen es geben könnte, werden die nächsten Wochen zeigen.