Apple entfernt verdächtige Diagnosesoftware

Diagnose

Bild: applezeit.com

Die Diagnosesoftware eines US-Herstellers sorgt derzeit für Aufregung unter Smartphone-Besitzern. Das Tool könne die Nutzer regelrecht ausspionieren, lautet die Kritik. Die Software ist vor allem auf Android-Geräten installiert. Aber auch in Apples iOS gibt es verdächtige Spuren.

Eine im Betriebssytem von Smartphones eingebaute Software sorgte in den letzten Tagen für Aufregung unter Mobilfunkkunden.

Ein Diagnoseprogramm der Firma “Carrier IQ” soll nicht nur Ortungsdaten und andere technische Informationen auf dem Smartphone des Users sammeln, sondern auch jeden einzelnen Tastendruck aufzeichnen. Diese Daten können angeblich ohne Wissen und Zustimmung des Smartphone-Besitzers an fremde Server verschickt werden. Inklusive personenbezogener Informationen.

Stimmen die Vorwürfe, könnte Carrier IQ Telefonnummern, SMS und andere heikle Daten mitlesen und diese auch dem jeweiligen Smartphone-User zuordnen. Eine perfekte Schnüffelsoftware also.

Carrier IQ bestreitet jeden Missbrauch der Daten und sagt gegenüber AllThingsD, dass die Software ausschließlich der Qualitätssicherung diene.

Auf mehr als 140 Mio. Smartphones soll das Programm vorinstalliert sein, vor allem auf Android-Handsets. Aber auch in Apples mobilem Betriebssystem finden sich offenbar Spuren der ominösen Software. Verschiedene Entwickler hatten in den letzten 24 Stunden auf ihrem iPhone in den Tiefen der iOS-Software mehrere Codezeilen mit Verweisen auf Carrier IQ gefunden.

Es gibt aber keinen Hinweis, dass die verdächtige Software irgendwelche Daten vom iPhone des Users versendet. In einer Stellungnahme gab Apple dann am Donnerstag bekannt, dass Carrier IQ seit iOS 5 nicht mehr aktiv ist und dass die Funktion in einem späteren  Software-Update vollständig aus dem iOS entfernt werden soll.

“Bei jeder Form von Diagnosedaten, die an Apple versendet werden, muss der Nutzer dem Teilen dieser Informationen aktiv zustimmen”, so Apple. Wenn der User zustimme, würden die Daten in anonymer und verschlüsselter Form versandt und sie enthielten keine persönlichen Informationen. “Wir haben niemals Tastenanschläge, Nachrichten oder andere persönliche Informationen für Diagnosedaten aufgezeichnet und haben auch nicht vor, das jemals zu tun”, heißt es in dem Apple-Statement.

Wer bei der ersten Inbetriebnahme seines iPhone oder  iPad dem Versand von Diagnosedaten an Apple zugestimmt hat, kann das in den Settings (in iOS 5) jederzeit auch wieder deaktivieren: Einstellungen -> Allgemein -> Info -> Diagnose & Nutzung -> “Nicht Senden” auswählen.