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“Wenn notwendig, werde ich bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen und jeden Penny von Apples 40 Milliarden Dollar verwenden, um das wieder zu berichtigen. Ich werde Android zerstören, weil es ein gestohlenes Produkt ist. In dieser Sache bin ich gewillt, einen thermonuklearen Krieg zu führen”.
Das ist nur eines der unzähligen Zitate, die sich laut Presseagentur AP in der mit Spannung erwarteten Biographie über Apple-Gründer Steve Jobs finden. Das Werk des US-Autors Walter Isaacson erscheint am Montag in den USA und Ende Oktober im deutschsprachigen Raum.
Als sich abzeichnete, dass er den Kampf gegen den Krebs verlieren würde, entschloss sich Jobs, der in privaten Dingen absolut verschlossen war, sein Leben von einem der renommiertesten US-Biographen aufzeichnen zu lassen.
Isaacson, der unter anderem auch für das Magazin TIME tätig ist, hatte zuvor bereits Biographien über Benjamin Franklin, Henry Kissinger und Albert Einstein verfasst, die zu Bestsellern wurden.
Jobs wollte Krankheit mit Diät heilen
Der Autor bekam Zutritt zu Jobs Privatleben wie kein Außenstehender zuvor. Über einen Zeitraum von zwei Jahren führte Isaacson rund 40 Interviews und Gespräche mit Jobs. Das letzte davon unmittelbar nach seinem Rücktritt als Apple CEO Ende August bzw. wenige Wochen vor seinem Tod am 5. Oktober. Er habe zudem mehr als hundert Gespräche mit Familienmitgliedern, Freunden und Wegbegleitern von Jobs geführt, erzählt Isaacson über seine Arbeit.
Das Buch enthüllt, wie Jobs im Oktober 2003 von seiner Krankheit erfuhr, einer seltenen Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs, der sich in der Regel langsam entwickelt. Bei einer rechtzeitigen Operation bestehen laut Medizinern auch gute Heilungschancen. Jobs wollte zunächst allerdings in keine Operation einwilligen, sondern seine Krankheit mit alternativer Medizin, unter anderem mit Akupunktur und veganer Ernährung besiegen.
“‘Ich wollte wirklich nicht, dass sie meinen Körper aufschneiden, also habe ich versucht, ob einige andere Dinge funktionieren’, erzählte er mir Jahre später mit leisem Bedauern”, schreibt Isaacscon über Jobs’ erste Reaktion auf die Krebsdiagnose. Erst nachdem sich sein Zustand über die Monate immer mehr verschlechterte, entschloss sich Jobs im Spätsommer 2004 doch zu einer Operation.
Isaacson beschreibt natürlich auch Jobs’ Verhältnis zu anderen Größen der IT-Branche wie Microsoft-Gründer Bill Gates oder dem langjährigen Google-Chef Eric Schmid, der von 2006 bis 2009 auch im Aufsichtsrat von Apple gesessen ist. Zu einem Zeitpunkt also, als Apple noch streng geheim am iPhone arbeitete und dann im Sommer 2007 auf den Markt brachte.
Feldzug gegen Android
Als der taiwanesische Handy-Herteller HTC knapp drei Jahre später Anfang 2010 ein Android-Handy präsentierte, das viele vom iPhone bekannte Multitouch-Funktionen aufwies, kühlte das Verhältnis zwischen Apple und dem Android OS Entwickler Google spürbar ab. Apple verklagte allerdings nicht Google sondern HTC und Jobs zeigte sich in einem Interview gegenüber Isaacson erbost über den “riesigen Diebstahl” des Suchmaschinen-Giganten. In einer Schimpftirade schwor er, “bis zum letzten Atemzug” zu kämpfen und Android zu “zerstören”.
Auch der damalige Google CEO Schmid bekam sein Fett ab. In einem Vieraugengespräch in einem Cafe in Palo Alto sagte Jobs zu Schmid, dass er nicht an einer außergerichtlichen Einigung interessiert sei. “Ich will euer Geld nicht. Und wenn er mir 5 Milliarden Dollar bietet, würde ich es nicht wollen. Ich habe genug Geld. Ich will, dass ihr aufhört, unsere Ideen in Android zu verwenden. Das ist alles, was ich will.”
Wie die aktuellen unzähligen Gerichtsverfahren und gegenseitigen Patentklagen zwischen Apple und Samsung, HTC oder Motorola zeigen, hat das damalige Treffen mit Schmid keine Lösung gebracht.
Auf der anderen Seite war Jobs über Misserfolge der Konkurrenz besorgt. Die Biographie beschreibt beispielsweise, wie Jobs die Niederlage von Hewlett-Packard, das mit einem eigenen Tablet dem iPad Konkurrenz machen wollte, auch als warnendes Zeichen für Apple sah. “Hewlett und Packard haben eine großartige Firma aufgebaut und sie dachten, sie hätten die Nachfolge in gute Hände gelegt. Aber nun fällt sie auseinander und wird zerstört.”
“Ich hoffe”, fügte Jobs hinzu, “dass ich ein stärkeres Erbe hinterlasse und dass das niemals mit Apple passiert”.
Ive als zweiter Apple-Chef
Im Bezug auf das Vermächtnis des Apple-Gründers offenbart das Buch ein weiteres interessantes Detail: Jobs nannte Apples Chef-Designer Jonathan Ive seinen “spirituellen Partner”.
Ive habe neben ihm die meiste Macht bei Apple. Es gäbe niemanden im Unternehmen, der Ive etwas befehlen könne, so Jobs. Das sei etwas, “was ich so eingerichtet habe”, erklärte Jobs gegenüber Isaacson.